Abwarten und Tee trinken – das fiel Marco ganz schön schwer! Fristgerecht zum 20.08. hatte er die Bewerbung für seinen Wunschstudiengang Ernährungswissenschaft an der Universität Potsdam eingereicht. Auch für seinen Zweitwunsch, Lebensmitteltechnologie an der Technischen Universität Berlin, hatte er sich rechtzeitig beworben. Nun hieß es einfach Daumen drücken!

Aber egal wo er studieren würde – Marco merkte schon jetzt, dass ihm das Geld langsam knapp wurde – wie würde das dann erst im Studium werden?

In seinem Auslandsjahr in Kanada hatte er sich zum ersten Mal selbst finanzieren müssen. In dieser Zeit hatte er gemerkt, wie schnell einem das Geld ausgehen kann. Er wollte sich voll und ganz auf sein Studium konzentrieren können, ohne dabei finanzielle Sorgen haben zu müssen. Daher entwickelte er einen Plan:

1.       Herausbekommen, wie teuer ein Studium ist

2.       Überlegen, wie er sich sein Studium finanzieren kann

Bei seiner Recherche stieß Marco auf ein gespeichertes Instagram Live auf dem Instagramkanal @deine.stubb des Netzwerks Studienorientierung genau zu diesem Thema – darin erzählten zwei Studentinnen der Uni Potsdam viel Interessantes zur Finanzierung des Studiums und gaben auch persönliche Erfahrungen weiter. Diese und weitere Internetquellen sowie das Gespräch mit seinen Eltern und Freunden halfen ihm bei der Orientierung.

Wie teuer ist ein Studium?

Marco fand heraus, dass Studierende in Deutschland durchschnittlich 819€ im Monat ausgeben. Puh, das klang erstmal ganz schön viel! Warum war der Betrag so hoch? Ein Diagramm gab Auskunft:

Waskostet ein Studium? Ernährung 168€; Miete 323€; Lernmittel 20€; Kommunikation 31€; Gesundheit 80€, Freizeit 61€, Auto / ÖPNV 94€; Kleidung 42€;

Abbildung: Durchschnittliche monatliche Ausgaben von Studierenden in Deutschland [Stand 2016]

Durchschnittlich 323€ Miete – das konnte Marco noch ganz gut nachvollziehen. Er hatte selbst schon einmal nach Wohnungen in Potsdam und Berlin recherchiert und hatte sogar deutlich teurere Wohnungen gesehen. Hier gab es wahrscheinlich große Unterschiede – je nachdem, in welcher Stadt man lebte, und ob man eine eigene Wohnung hatte oder deutlich günstiger in einer WG oder einem Studentenwohnheim lebte. Marco wollte am liebsten mit seinem Freund Jannis, der an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde studieren wollte, in Berlin zusammenwohnen und hoffte, gemeinsam mit ihm eine Wohnung in einem günstigen Stadtteil zu finden, bei der er zumindest nicht weit über den angegebenen 323€ landete.

Etwa 168€ entfielen laut dem Diagramm monatlich auf Lebensmittel, auch damit konnte er etwas anfangen. Er überschlug im Kopf, dass man schnell auch deutlich mehr ausgeben konnte, wenn man zum Beispiel gern am Wochenende ausging. Er hatte sich jedoch schon in seinem Auslandsjahr angewöhnt, in günstige Cafés und Kneipen zu gehen und ohnehin saß er lieber mit Freunden am Fluss als in einem stickigen Club. Zudem fand er heraus, dass es in der Mensa der Universität Potsdam jeden Tag ein Gericht gab, das nur 1,60 € kostete!

Soweit so gut, aber was versteckte sich hinter den restlichen Beträgen in der Tabelle?

94€ für Verkehrsmittel? – Darin war wohl der Durchschnittspreis für das berühmte Semesterticket enthalten. Bei diesem Betrag musste er erstmal schlucken; so viel Geld sollte er zahlen, nur damit er zur Uni fahren konnte? Nach einer kurzen Recherche fand er jedoch heraus, dass er in diesem Punkt wahrscheinlich etwas würde sparen können. Der Semesterbeitrag an der Universität Potsdam betrug aktuell ca. 304€ – heruntergerechnet kam er damit auf 51€ im Monat. Und mit diesem Semesterticket konnte er nicht nur Potsdam, sondern sogar auch in Berlin und im gesamten VBB-Netz fahren! Somit würde er auch kein gesondertes Ticket lösen müssen, wenn er seine Eltern auf dem Brandenburger Land besuchen fahren würde und damit noch Geld sparen.

Sehr überraschte ihn, dass ihn angeblich 80€ im Monat Gesundheitskosten erwarteten. Seine Eltern sagten ihm, dass er während seiner Schulzeit über sie in der Familienversicherung einer gesetzlichen Krankenkasse versichert war. Daraufhin rief er bei der Krankenkasse an und bekam gute Nachrichten: Wenn er ein Studium aufnehmen würde, könnte er bis zu seinem 25. Geburtstag in der Familienversicherung bleiben und somit die Kosten für die Krankenkasse komplett sparen. Erst, wenn er danach weiterhin studieren würde, müsste er Kosten für eine eigene Krankenversicherung zahlen. Die Mitarbeiterin der Krankenkasse wies ihn jedoch auch darauf hin, dass er für den Verbleib in der  Familienversicherung auch nicht, z.B. durch einen Nebenjob, mehr als 455€ monatlich verdienen durfte. Marco nahm sich vor, noch einmal genau zu rechnen, ob er neben dem Studium würde arbeiten müssen und wie viel Geld er dabei verdienen wollte.

Die restlichen ca. 150€ würden laut dem Diagramm auf Freizeit (z.B. Sport, Konzerte, Kino), Kleidung und Kosmetika, Kommunikationsmedien (z.B. Handyvertrag, Internet zu Hause) und Bücher sowie andere Lernmittel für die Uni entfallen. Das klang erstmal nicht schlecht – immerhin war es deutlich mehr, als ihm als Schüler an Taschengeld zur Verfügung gestanden hatte. Da hatte er aber auch noch nicht allein gelebt…

Alles in allem hatte Marco das Gefühl, dass der durchschnittliche Gesamtbetrag von 819€ im Monat für ihn ungefähr stimmen könnte. Ihm war jedoch klar, dass dies nur ein Durchschnittswert war und er noch nicht genau wusste, ob er am Ende vielleicht nur bei 500€ oder doch bei 1000€ monatlich landen würde. Er nahm sich daher vor, in seinen ersten Monaten als Student seine Ausgaben genau im Blick zu behalten, um nicht ins Minus zu geraten.

Lest in der nächsten Folge, wie Marco sich sein Studium finanziert!

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