Marco setzte seine Wünsche in die Tat um. Er war mit seinem Ersparten nach Kanada geflogen und reiste quer durch das Land. Endlich hatte er die Freiheit, nach der er sich seit langer Zeit gesehnt hatte. Marco konnte ohne Absprache mit seinen Eltern oder der Verantwortung für seine Geschwister machen, wozu er Lust hatte. Nun ja – zumindest bis ihm das Geld knapp wurde.

Bald schon fing er an, hier und da zu arbeiten, um zumindest seine laufenden Kosten des Alltags zu decken. In den Städten arbeitete er meistens im Gastronomiegewerbe als Küchenhilfe oder Kellner. Außerorts suchte er sich Aushilfsstellen auf Farmen. Als er in Ottawa unterwegs war, wurde er über einen Bekannten in seinem Hostel auf eine Aushilfsstelle in einer auswärtsgelegenen Milchfarm aufmerksam gemacht. Er bekam dort eine Unterkunft und die Verpflegung gestellt. Beste Konditionen für Marco. Als er auf der Farm zu arbeiten begann, weckten die Verfahren der Milcherzeugung sowie deren weitere Verarbeitung sein Interesse und er begann sich die Frage zu stellen, wie sein Leben wohl nach seiner Zeit im Ausland aussehen würde (prozessanregende Phase). Nach kurzer Zeit lernte Marco auf der Farm seinen künftigen festen Freund Jannis kennen. Jannis hatte bereits auf mehreren Farmen gearbeitet und wusste, dass er nach seiner Rückkehr in Deutschland den Bachelorstudiengang „Ökolandbau und Vermarktung“ an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde studieren möchte. Jannis gefiel das praxisorientierte Profil der Hochschule und des Studiengangs –auch kannte er die Hochschule bereits, weil er als Schüler an einer spannenden vom Netzwerk Studienorientierung organisierten Exkursion an diese Hochschule teilgenommen hatte.

Marcos eigenes Interesse galt weniger der Arbeit auf einer ökologischen Farm und der Nähe zur Praxis im Studium als vielmehr den wissenschaftlichen Hintergründen zur Wirkung und Funktion der Inhaltsstoffe von Lebensmitteln und den Abläufen der Nahrungsverwertung. Ihm war zwar wichtig, mit Jannis auch in Deutschland zusammen und in seiner Nähe zu bleiben, jedoch sagte ihm Eberswalde als Lebensmittelpunkt nicht zu. Wohnen wollte er eher in Berlin und die Studiengänge der HNE Eberswalde entsprachen nicht ganz seinen Vorstellungen. Er wollte forschen und dazu bietet sich am besten eine Universität an (Such- und Vorauswahlphase beginnt). Er musste nur noch die richtige Universität mit dem passenden Studiengang finden.

Noch in Kanada begann die Recherche. Sein Auslandsaufenthalt konnte nicht wie vorgesehen bereits im April enden, sondern wurde aufgrund der coronabedingten Ein- und Ausreisesperren zwangsbedingt verlängert. Marco störte das nicht. Er war eine fleißige, gern gesehene Arbeitskraft und auch ein lieb gewonnener Freund auf der Farm. Obschon Jannis bereits im Vorfeld abgereist war, hielten die beiden regelmäßig innigen Kontakt über die digitalen Medien. Trotz der vielen Arbeit auf der Farm blieb auch Zeit, sich Gedanken über die Zukunft zu machen und Marco wollte einen Plan haben. Die Hochschulen in Deutschland hatten auf die Pandemie reagiert und vielfach ihre Beratungsangebote digitalisiert. Es war Marco auf diese Weise möglich, die Hochschulinformationstage verschiedener Hochschulen digital zu besuchen. Insbesondere waren es Studienangebote der Technischen Universität Berlin und der Universität Potsdam, die ihn überzeugten. Vor allem der Studiengang Ernährungswissenschaft an der Universität Potsdam faszinierte ihn, da er sein naturwissenschaftliches Interesse mit den Erfahrungen auf der Farm kombinierte und schließlich auch die Möglichkeit bot, sich mit Jannis gemeinsam beruflich aufzustellen.

Die Ausbildung in der Ernährungswissenschaft deckt biochemische, lebensmittelchemische, mikrobiologische, molekularbiologische, zellbiologische, physiologische und toxikologische Aspekte einschließlich ihres Bezugs zu pathologischen Zuständen ab. Alle Teilaspekte waren von besonderem Interesse für Marco. Nun war es an der Zeit, sich für eine der beiden Hochschulen zu entscheiden (Bewertungsphase). Marco war unschlüssig, beide Hochschulen waren renommiert und die Ausbildung erstklassig. Da er nicht weiter wusste, kontaktierte er die Studienberatungen. Aufgrund der Pandemie war dies nunmehr nicht nur via Telefon, sondern auch per Videoübertragung möglich. Die Beraterinnen waren hervorragend! Marco konnte all seine Fragen loswerden, aber auch seine Unsicherheiten in Bezug auf die Hochschulwahl mit den Beraterinnen besprechen. Kurz bevor Marco seine Rückreise nach Deutschland antreten konnte, beschloss er, sein Studium an der Universität Potsdam aufnehmen zu wollen. Vor allem die vielen Praktika während des Studiums und die experimentelle Abschlussarbeit, die moderne, anwendungsbezogene Forschungsmethoden beinhaltet, die er später für seine praktische Arbeit benötigte, überzeugten Marco. Gut zu wissen war, dass mit dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung ein weltweit führendes außeruniversitäres Forschungsinstitut in die Ausbildung mit eingebunden war.

Marco erstellte einen Plan: Er würde sich bei beiden Universitäten bewerben, um seine Chancen darauf, einen Studienplatz zu erhalten, zu erhöhen (Entscheidungsphase). Er nahm sich vor, beide Hochschulen während des laufenden Bewerbungsprozesses zu besuchen, um sich einen Überblick über die Gegebenheiten vor Ort zu verschaffen. So schwelgte Marco bereits in Gedanken und freute sich auf seinen neuen Lebensabschnitt und auch darüber, endlich Jannis und seine Familie wiederzusehen.

Begleite Marco in den nächsten Folgen dabei, wie er seine Interessen Schritt für Schritt erkundet und wie er den Bewerbungsprozess erlebt. Wird alles laufen wie er es geplant hat oder wird noch Unvorhergesehenes passieren?  Wie sieht es mit deinem Plan aus? Benötigst du noch eine Beratung, um deinen Wunschstudiengang zu finden oder deinen Plan Schritt für Schritt durchzugehen? Dann melde dich.

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