Jannis blickt aus dem Fenster seiner WG im Studentenwohnheim in der Bernauer Heerstraße in den nahe gelegenen Wald. Seit letztem Herbst studiert er mittlerweile an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) den Studiengang Ökolandbau und Vermarktung. Wie im Flug ist die Zeit vergangen und es kommt ihm beinahe wie gestern vor, als er mit seinen beiden Mitbewohnern, Philip und Micha im Oktober Pilze sammeln war, die Stadt erkundet hat und zum ersten Mal an der Hochschule war.

 HNEE – ein Rückblick

Mittlerweile hat sich Jannis gut eingelebt und Eberswalde ist inzwischen zu einem richtigen Zuhause für ihn geworden. Er fühlt sich wohl und findet sich gut zurecht – was zugegebenermaßen auch nicht sehr schwer ist, denn hier liegt alles nah beieinander, weshalb sich Eberswalde besonders gut mit dem Rad erkunden lässt. Anfangs war er noch frustriert darüber, dass er nicht, wie geplant, mit Marco in Berlin zusammenziehen konnte, aber nachdem Marco schließlich den Zulassungsbescheid von der Uni Potsdam für seinen Wunschstudiengang Ernährungswissenschaft erhielt, war die Zeit einfach zu knapp, um noch eine bezahlbare Wohnung zu finden. Sie wären am liebsten in einen Berliner Bezirk gezogen, von dem man sowohl gut nach Eberswalde als auch nach Potsdam pendeln konnte, was normalerweise mit dem Zug problemlos möglich wäre. In Eberswalde war die Wohnungssuche viel einfacher und so war Jannis in seiner WG am Waldrand gelandet, während Marco noch ein Zimmer im Studentenwohnheim in Potsdam gefunden hatte. Jetzt können sich die beiden zwar nicht jeden Tag sehen, sparen aber eine Menge Geld durch die Miete. Für die Zimmer im Studentenwohnheim zahlen beide jeweils nur zwischen 200€ und 260€ pro Monat – das wäre in Berlin undenkbar gewesen.

 HNEE – Einblicke

Die Natur so nah an seiner Wohnung zu haben, genießt Jannis sehr. Manchmal vermisst er aber das typische Studentenleben, das Mitwirken in Initiativen wie der AG Agrarpolitik oder der Gruppe, die den Campusgarten bewirtschaftet und natürlich die legendären Studentenpartys, von denen seine Schwester und seine Eltern in Erinnerung an ihre Studienzeit immer geschwärmt haben.  Wenn nicht gerade alles wegen Corona geschlossen wäre, könnte er wenigstens zu einem der Ökostammtische seiner Hochschule, zum Poetry-Slam oder zum Impro-Theater gehen.  Eberswalde ist zwar mit seinen 40.000 Einwohner:innen nicht Berlin, hat aber normalerweise trotzdem einiges für die rund 2.300 Studierenden zu bieten, wie z.B. das jährlich stattfindende Filmfestival Provinziale oder das Festival PurPur mit Konzerten im Forstbotanischen Garten.

 HNEE – Fokus auf Praxis und Lehre

Die Dozent:innen habenden Studierenden praktische Exkursionen in Kleingruppen in Aussicht gestellt, sobald die pandemische Situation dies wieder zulässt. Im zweiten Semester soll nämlich das Pflichtmodul „Projektmodul Studienpartner Ökobetrieb“ absolviert werden. Darin bearbeiten Studierende während der kompletten Vorlesungszeit an je einem Tag der Woche in Kleingruppen konkrete betriebliche Fragestellungen von Praxispartner:innen. Nach dem Prinzip des projektorientierten Lernens werden so durchschnittlich 13 Projekte im Sommersemester bearbeitet. Weil er viele Fächer richtig spannend findet, kommt Jannis mit der Online-Lehre gut zurecht. Allerdings fällt ihm das Fach „Einführung in die Ökonomie der agrarischen Landnutzung“ schwer; es geht ihm dort zu schnell voran.

In einem Telefonat mit seinem Freund Marco erzählte ihm dieser, dass er große Schwierigkeiten hatte, sich in seinem Studiengang Ernährungswissenschaft die Fachbegriffe in Allgemeiner und Anorganischer Chemie zu merken und er deswegen in einer kleinen Lerngruppe ist.

Dank diesem Tipp hat Jannis auch eine Online-Lerngruppe ins Leben gerufen. Dort kann er sich viel besser motivieren und traut sich auch mehr Fragen zu stellen. Außerdem lernt er so einige seiner knapp 50 Mitstudierenden besser kennen.

HNEE & UP – Prüfungsstress und Studienstruktur im Telefongespräch

Jannis: Hi Marco, ich habe bald Prüfungen und bin schon echt aufgeregt.

Marco: Geht mir auch so. Wir müssen im ersten Semester alle Grundlagenkurse absolvieren in Mathematik und Statistik, Physik, Grundlagen der Biologie und Chemie. Das ist ganz schön viel zu lernen. Mir war das anfangs gar nicht so klar, aber der erste Teil meines Studiums widmet sich komplett dem erforderlichen naturwissenschaftlichen Basiswissen und danach im zweiten Studienteil können wir unser Wissen fachspezifisch erweitern und vertiefen. Und unsere Bachelorarbeit ist sogar in der Regel eine experimentelle Abschlussarbeit, das heißt, auf Antrag beim Prüfungsausschuss kann die Bachelorarbeit auch extern z.B. in einem Industriebetrieb oder einer Klinik durchgeführt werden. Ich kann mir das heute noch gar nicht vorstellen. Welche Prüfungen stehen bei dir als nächstes an?

Jannis: Also ich habe sechs Prüfungen z.B. Biologie der Nutzpflanzen und Nutztiere, Einführung in den Ökologischen Landbau und die nachhaltige Entwicklung und Einführung in die Ökonomik der agrarischen Landnutzung. Puh, überhaupt nicht mein Ding! Aber mit der Lerngruppe geht das schon!  Wie du weißt, habe ich am Waldcampus ein Modul mit dem Titel Agroforst belegt. Das macht mir immer noch viel Spaß. Erinnerst du dich, als ich dir ganz am Anfang von der Exkursion zu der Versuchsfläche der Hochschule erzählt habe? Die HNEE realisiert in verschiedenen Versuchsflächen auf mehreren Hektar Land eine Art Reallabor damit die Studierenden schon am Anfang ihres Studiums die regionalen Spezifika von Bodenbeschaffenheit und Pflanzenanbau kennenlernen. Das war richtig cool.

Marco: Das klingt doch super. Mein Studiengang kooperiert mit dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DlfE), bei dem ich mich nach einem Studijob erkundigen wollte. Dort wird zum Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit geforscht. Mal sehen, wie es im nächsten Semester mit der digitalen Lehre weitergeht und wann wir wieder reguläre Präsenzveranstaltungen haben.

Jannis: Also ich hätte anfangs nicht gedacht, dass mir die Einhaltung der Corona-Regeln im Studium so wenig ausmachen würde. Die Online-Vorlesungen sind immer sehr gut besucht. Manchmal sind bis zu 50 Kommiliton:innen im Online-Meeting mit dem Tool BigBlueButton anwesend. Hier sind oftmals auch Leute aus anderen Studiengängen dabei. Sogar Philip, mein Mitbewohner, sitzt mit mir in verschiedenen Vorlesungen zusammen, obwohl er Forstwirtschaft im Bachelor studiert.

Marco: Das ist bei uns ähnlich: Die Grundlagenkurse müssen alle Studierenden der Life-Science-Studiengänge belegen und nicht nur die Ernährungswissenschaftler:innen.

 HNEE & UP – Studialltag und Praktikumspläne

Marco: Aber mal was ganz anderes: Wie war eigentlich euer Ausflug nach Berlin letzte Woche? Sorry, dass ich jetzt erst nachfrage. Ich hatte die ganze Woche mit meiner Hausarbeit im Modul „Mikrobiologie und Genetik“ zu tun. Hast du es nun endlich geschafft, das Brandenburger Tor zu sehen?

Jannis: Ja, habe ich. Wir haben von Eberswalde nur ungefähr 40 Minuten bis ins Berliner Zentrum gebraucht. Das ging richtig schnell. Hätte ich schon viel früher mal machen sollen. Aber das Brandenburger Tor habe ich mir ein bisschen spannender vorgestellt – es war viel kleiner als ich erwartet habe. Trotzdem war es ein schöner Tag. Schade, dass du keine Zeit hattest. Es wäre super, wenn wir das im Sommer noch einmal gemeinsam machen könnten. Mit dem Semesterticket kostet uns das auch fast nichts. Ich freue mich schon darauf, mit dir wieder quer durch ganz Brandenburg und Berlin fahren zu können.

Marco: Ja, das geht mir auch so. Ich nutze das Ticket ja seit einem Semester fast ausschließlich dafür, dich in Eberswalde zu besuchen. Wie läuft es in deiner WG? Gibt es irgendwelche Neuigkeiten?

Jannis: Es läuft richtig gut. Ohne meine Mitbewohner wäre ich im Lockdown echt aufgeschmissen. Wir verstehen uns nach wie vor mega, obwohl wir ziemlich viel aufeinander hocken. Zum Glück haben wir ähnliche Interessen, über die wir uns unterhalten, ganz andere als in der Schule. Wir kochen eigentlich immer zusammen. Stell dir vor, Micha hat letztens für uns vegetarische Burger gemacht. Die waren richtig gut. Manchmal holen wir uns auch etwas in einem vietnamesischen Street-Food-Imbiss. Das müssen wir unbedingt mal machen, wenn du mich das nächste Mal besuchst! Wenn es wieder möglich ist, wollen wir ein paar landwirtschaftliche Betriebe in der Umgebung mit dem Fahrrad besuchen. Ich habe mir schon einige rausgesucht, die sehr spannend klingen. Ich glaube, dass auch ein Milchhof darunter ist. Vielleicht kannst du dort dein Schwerpunktpraktikum machen? Dann würden wir uns auch wieder öfter sehen. Das wäre doch was!

Marco:  Tolle Idee, das schaue ich mir gerne mal an und gehe ins Gespräch mit unserer Praktikumskoordinatorin.

Marco googelt gleich die neuen Infos, die er von Jannis erhalten hat. Die Arbeit auf einem Bauernhof mit milchproduzierendem Vieh kennt er zwar schon von seinem Work & Travel-Aufenthalt in Kanada, aber er ist gespannt, wie sich die Arbeitsweise in einem deutschen Betrieb von den Abläufen auf dem kanadischen Hof unterscheidet.

 

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